Reisebericht Windsurfreise Fuerteventura 2008 von Alexander Gley

 
Reisebericht Alexander Gley Fuerteventura 2008
Reisebericht Alexander Gley Fuerteventura 2008

Reisebericht Windsurfreise Fuerteventura 2008 von Alexander Gley

Surfurlaub Fuerteventura-Sotavento Pfingsten 2008Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander Gley

Fun-Fun-Fun
 
 
 
Einen Reise-/Revierbericht über Fuerte Süd/Sotavento schreiben?! Wie langweilig, kennt doch eh jeder! Windsurfen ist doch „uncool“, wer macht das heute noch?! Ich finde es jedenfalls, allen Trends zum trotz, nach wie vor genial.
 
 
Eine ganze Reihe alter Surfer sind zum Kiten gewechselt, wahrscheinlich um noch mal den Kick des neuen zu erleben, die jungen wollen alle „richtig Surfen“ lernen und gehen zum Wellenreiten. Na ja, so hat jede Zeit ihre „Mode“, z. T. auch von der Sportartikelindustrie gezielt gepusht und ist ersteinmal ein Trend kreiert, dann rennen eben alle wie die Lemminge hinterher, letztendlich war es beim Windsurfen vor 20-30 Jahren auch nicht anders.
 
Entscheidend ist aber einzig allein der Spaß auf dem Brett und dem Wasser, wobei es nach meinem Geschmack durchaus auch die gefrorene Variante sein darf. „Time on board(s)“ ist das was aus meiner Sicht zählt, um Spaß zu haben, gut zu werden bzw. im Training zu bleiben und schließlich ist es auch ausschlaggebend welche Spo(r)t-Möglichkeiten vor der „eigenen Haustür“ vorhanden sind.
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleySo verbringe ich über das Jahr hinweg viele Wochen auf „Brettern“ beim Windsurfen, Wakeboarden, Snowboarden, Skilaufen und gelegentlich beim Wellenreiten. Dennoch gehe auch ich natürlich einem ganz normalen Beruf nach, der sogar zumeist viel Einsatz und Zeit fordert, aber den kleinen „Feierabendsurf“, vorausgesetzt es hat Wind bzw. ein bisschen Spaß am Wasserskilift als Ersatzdroge, lasse ich mir nicht entgehen. Der gegenseitige Input, den man aus den verschiedenen Brettsportarten bezieht, ist nicht zu unterschätzen. Ich kann nur jedem fanatischem „Brettartisten“ raten: Scheuklappen runter, geht so oft als möglich auf´s Brett und ihr werdet bei allem besser und habt öfter Spaß!
 
Mein persönlicher Favorit ist und bleibt aber das Windsurfen, am liebsten in der Welle und einen Vorteil hat es hier gegenüber dem „reinen“ Wellenreiten, man spart sich das lästige Paddeln. Hat es genügend Wind kann man beim rausfahren springen und beim reinfahren an einem Tag viele Wellen abreiten! Aber auch im Flachwasser kann man reichlich Spaß haben.
 
Nun gut genug philosophiert über das für und wider der verschiedenen Brettsportarten, hier soll es ja um einen Reisebericht über Fuerte-Süd gehen! Der letzte Surftrip nach Kapstadt im Nov./Dez. war schon eine Weile, in der kalten Jahreszeit hatte ich es zumindest auf zwei Wochen im Schnee gebracht, die ersten Sessions am See beim Wakeboarden und Surfen waren dieses Jahr aber im Vergleich zum Vorjahr noch recht frostig! Sehr willkommen war daher der langersehnte Pfingst-Urlaub, meine jährliche „Sommerurlaubszeit“.
 
Um 4°° Uhr ab Hannover in den Flieger, so kann man bereits um 12°° Uhr auf dem Wasser sein, wenn man wie ich zu der „verrückten“ Sorte gehört, schließlich ist man ja „nicht zum Spaß da“. Die Müdigkeit der kurzen Nacht hat man spätestens nach der ersten Wasserung abgestreift und Schlafstörungen hat man dann in der darauffolgenden Nacht ganz bestimmt nicht.
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleyWas reizt aber, immer wieder als „Wiederholungstäter“ in den Süden von Fuerte an die Playa de Sotavento zu kommen. Für einen fanatischen Windsurfer ist das eigentlich recht einfach zu beantworten. Zunächst einmal der Wind, um diese Jahreszeit gibt es kaum einen Spot mit so guter Erreichbarkeit, der hier bessere Werte vorzuweisen hat. Nun gut, das alleine ist es natürlich auch wieder nicht. 4,5 Flugstunden, praktisch täglich eine Flugverbindung von vielen deutschen Flughäfen, so daß man jeden Urlaubstag ausnutzen kann und ein Surfspot, an dem es reichlich Platz gibt, vorausgesetzt man ist mit eigenem Material angereist. So muß man nicht im „abgesteckten“ Surfgebiet des Rene Egli Center I bleiben und kann die ganze Weite der Playa de Sotavento genießen. Dem Naturschutz sei Dank , ist das Hotel Melia Gorriones weiterhin das einzige direkt am Spot, so daß es viel Platz ohne Windlöcher gibt. Nach der letzten Renovierung vor einigen Jahren, hat es sehr an Ambiente und Qualität gewonnen. Der alte „DDR-Charme“ der frühen Jahre ist eindeutig weg. Die Eingangshalle mit den Chill out Ecken der „Gabi-Bar“ und der gleichartig  gestylten Terrasse ist wirklich sehr ansprechend gestaltet. Das Essen ist nach wie vor keine Gourmetküche , aber guter Standard und Fisch bzw. Fleisch kann man sich immer frisch zubereiten lassen. Leere Tabletts gibt es nicht, egal zu welcher Zeit man isst! Am meisten reizt aber die geniale Lage des Hotels, bei Zimmern mit Meerblick, insbesondere nach Süden, der unverbaute Blick auf die Lagune und der wunderschöne Garten. Das abendliche Unterhaltungsprogramm ist allerdings nicht so ganz der „Bringer“. Nachtschwärmer müssen an die Costa Calma oder nach Jandia. Das Auto sollte man aber stehen lassen, wenn man kein Asket ist, die Kontrollen sind zahlreich und die Strafen drakonisch, die Taxipreise noch erschwinglich (ca. 10 € an die CC und zurück). Die „Surferszene“ trifft sich insbesondere am Donnerstag und am Samstag an der Costa Calma, zunächst in der Fuerte Action Bar, ab Mitternacht geht es dann in`s Catas. Hier kann man dann bei Bedarf open end „abzappeln“. Wer seine Unterkunft an der Costa Calma bezogen hat, hat jetzt den Vorteil, daß er nach dem Nightlife auch nach Hause laufen kann und sich das Taxi spart.
 
Eigentlich kommt man aber des Windes und Surfen wegen nach Fuerte. Beeindruckend ist zunächst einmal die Windstatistk. Im Mai/Juni liegt diese bei 70-90% > 4+Bft nach vielen Jahren eigener Erfahrung. So hatte ich schon 2 Wochen-Urlaube, an denen ich jeden Tag Surfen „musste“ und das mit Material, welches ich zu Hause als klein einstufen würde. Mein kleines Sturmgepäck für Sotavento umfasst ein 78er und ein 98er Wave Freestyleboard und Segel mit 4,1/4,7/5,3/5,8qm². Damit geht bei meinen 75kg Kampfgewicht praktisch immer was.
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleySotavento ist darüber hinaus nicht nur der „Flachwasserspot“, als der er zumeist eingestuft wird. Gerade im Mai/Juni läuft an manchen Tagen bei aufkommender Flut ein netter bis zu 1,5m hoher (die Locals sagen manchmal auch noch höher) Beachbreak, der zusammen mit der genialen side-off Windrichtung auf einigen Wellen mehrere Turns zulässt. Insbesondere in Lee des abgesteckten Surf-/Kitegebietes laufen dann die Wellen besonders schön und man kann das dann ganz stressfrei und zumeist ganz alleine genießen. Gerade um diese Jahreszeit sind meiner Erfahrung nach, solche Tage an diesem Spot gar nicht so selten. Insbesondere noch nicht ganz „sattelfeste Waverider“ können hier gefahrlos trainieren und sich das Gefühl für die Welle holen, da es eigentlich nie so heftig wird, dass es schwierig wird rauszusurfen und die Wellen, auch wenn sie mal selten 1,5-2 m erreichen, eher harmlos brechen. Um ganz entspannt, so richtig Spaß zu haben, reicht es aber allemal! Im Bereich des Center II an „der Düne“ können die Wellen sogar manchmal in richtig schönen Lines laufen, dazwischen ganz glattes Wasser, ideale Bedingungen, um beim raussurfen richtig hoch zu springen und beim reinsurfen einen langen Ritt, von der Ecke der Bucht bis hinab zur Düne zu haben. Vor einigen Jahren hatte ich das Glück einen solchen Tag zu erwischen. Das bleibt unvergesslich!
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleyDreht der Passat von NO auf mehr N und ballert es dabei so richtig, kommt die legendäre Speedpiste von Fuerte in Höchstform. Ich hatte im letzten Jahr das Glück einen Tag, leicht überpowert, mit meinem 4,1er Wavesegel und dem 78 er Wave/Freestyleboard meinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord bei spiegelglattem Wasser in Ufernähe, aufzustellen. Ich war erstaunt wie gnadenlos schnell man selbst mit Wavematerial über die Speedpiste ballern kann und dabei einen Höllenspaß hat. Nach 2 Kilometern leitet man die Halse ein und kann dann aufgrund der besondern Windablenkung an der Playa Barca, in einem Schlag hart am Wind die gesamte verlorene Höhe wieder aufkreuzen und danach zum nächsten „Höllenritt“ starten. Diesmal langte der Wind bei diesen Bedingungen nur für den 98er mit dem 5,8er, das Speederlebnis war dennoch genial. Für Speedfreaks ist das eine echte Empfehlung! Eines sollte man jedoch beachten: Seid fair zu den, wenn auch ganz wenigen Schwimmern auf der Speedstrecke! Die „aufgerissenen“ Augen der Schwimmer signalisieren eindeutig, daß sie nicht sicher sind, ob der, der da gerade so angenagelt kommt, das auch wirklich im Griff hat. Also frühzeitig einen kleinen Schlenker machen, damit man nicht Schuld an einem plötzlichen Herztod eines erholungssuchenden Rentners hat!
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleyEin echtes Highlight am Sotaventobeach ist der professionelle Fotodienst von Roger Protzen, der seit 3 Jahren am Spot lebt, selbst begeistert surft und seine Fotografendienste allen Surfern gegen Bares anbietet. Roger, ein sehr sympathischer und entspannter Mensch, hat Deutschland vor 3 Jahren den Rücken gekehrt und betreibt seitdem am Pro Center I seinen Photoservice. Man kann den Fotografen entweder für eine bestimmte Zeit exklusiv mieten oder man muss Roger im Laufe des Tages, wenn er mit seiner Kamera am Strand ist, oft genug vor die Linse fahren und dabei je nach Wind- und Revierbedingungen, das persönliche Lieblingsmanöver zelebrieren, welches man schon immer mal in gestochen scharfer Qualität zu Hause an die Wand hängen oder als Desktophintergrund zum kurzen Abschalten vom Alltagsgeschäft auf den PC laden wollte. Mit digitaler SLR und Superteleobjektiv vom Strand aus, bzw. mit „normaler“ Optik und wasserdichter Verpackung auf seiner „Rettungsinsel“ schwimmend, entstehen so Fotos, die auch den „Otto Normal Surfer“ richtig gut aussehen lassen. Neben der professionellen Ausrüstung hat Roger natürlich auch das geschulte fotografische Auge und weiß als selbst sehr guter Surfer, auch sehr genau, wann der richtige Moment zum „Abdrücken“ gekommen ist. Die Serienbildfunktion der Kamera tut ihr übriges dazu. Braucht Roger dann mal eine Pause vom Sandstrahlen bzw. ist die Speicherkarte voll, geht es an die Strandbar. Hier hat er sein „Büro“ mit PC und großem Flatscreenmonitor an der Wand, so dass die aktuellen Bilder sofort hochgeladen und als Diashow gezeigt werden können. So kann sich jeder gleich seine Bilder raussuchen und bestellen. Alternativ legt Roger für jeden, der seine Bilder des ganzen Urlaubes sammeln möchte,  einen Order im PC an, dann kann man am Ende die Auswahl treffen und sich eine CD brennen lassen. Alle Bilder werden darüber hinaus tagesaktuell für 2-3 Monate unter www.spot-shot.com ins Internet gestellt, so dass man sie auch zu Hause noch in Ruhe anschauen und auf Wunsch bestellen kann, Lieferung per mail oder CD.
 
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleyWas macht man, wenn der Wind mal ausbleibt oder die müden Knochen etwas Pause brauchen vom Windsurfen?! Für die, die noch Kraft haben oder falls es doch mal mehrere Tage Flaute hat, liegt gerade einmal ca. 10 km entfernt auf der anderen Seite der Insel der Wellenreitspot La Pared. Hie läuft fast immer eine Welle. 4 Wellenreitschulen gibt es dort inzwischen. Auf einen Mietwagen (fragt mal Roger oder Mattias nach günstigen Angeboten) ist man dann angewiesen oder man lässt sich von den Surfschulen abholen. Wer die Insel nicht kennt, sollte auf jeden Fall 2-(3) Tage für Sightseeing einplanen, z. B. einen Tag der Süden, einen Tag der Norden, Punta de Jandia, Cofete, Betancuria, die Fischerorte im Westen, z. B. Cotillo, die Strände von Corralejo u. a.. Die Insel ist zwar karg, aber gerade diese bizarre Kargheit hat durchaus auch ihre Reize und ist z. T. sehr fotogen. Für Familien mit Kindern dürfte der Oasis-Park eine willkommene Abwechselung sein, ein botanischer Garten und Vogelpark von dem aus auch Kamelsafaris starten. Auch wenn es „Bewegungsjunkies“ meistens schwer fällt, kann man zwischendurch auch einfach mal „richtig Urlaub machen“, am Surfcenter oder im Hotel auf der Liege abhängen, ein wenig Surferlatein an der Beachbar anhören oder selbst dazu beitragen. Man trifft hier eigentlich zumeist ganz nette Zeitgenossen und Gleichgesinnte. Manche kennt man bereits aus den Vorjahren. Ist das Essen im Hotel auch bezahlt ist, sollte man sich dennoch das Essen im Fischrestaurant über den Felsen von La Pared thronend, nicht entgehen zu lassen. „Angestiftet“ von meinem sehr sympathischen Reiseleiter Mattias, haben wir einen sehr schönen Abend in geselliger Runde bei gutem Wein verbracht. Die angenehme Art, mit der Mattias sich um „seine“ Gäste kümmert, ist wirklich bemerkenswert.
 
Fuerteventura - Windsurfen und Kiten am Surfspot von Rene Egli - Sotavento Beach mit Sun and Fun Sportreisen - Team Nord - Fotos von Alexander GleyNach diesmal 19 Tagen ging`s dann doch wieder nach Hause. An 16 Tagen Wind für 4,7/5,3/5,8qm² Segel bzw. 78er oder 98er Brett, die ganz heftigen Tage waren diesmal nicht dabei, dennoch eine gute Statistik. Hier konnte ich mich mal wieder richtig „aussurfen“. In den nächsten Monaten werde ich wohl wieder nur bestenfalls 3-4x im Monat auf`s Surfbrett kommen, wenn Wind und Freizeit zusammentreffen. Immer noch besser als bei vielen, die keinen Homespot haben. Zum Glück gibt es ja noch die Ersatzdroge Wakeboarden, womit wir wieder am Anfang wären. Was zählt, ist die Zeit auf dem Wasser und der Lift läuft jeden Tag bis Sonnenuntergang! In diesem Sinne „see you on the water”.
 
 
Alexander Gley
 
 
letzte Aktualisierung: 28.08.2008
 
 

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